C’è chi controlla le email alle 23 di sera, chi arriva in ufficio un’ora prima e chi, semplicemente, non riesce a smettere. Fare gli straordinari è diventato quasi un segno di distinzione, una medaglia da esibire nelle conversazioni. Ma la psicologia la vede in modo molto diverso — e quello che ha da dire non è esattamente un complimento.
Wenn Arbeit zur Persönlichkeit wird
Es gibt Menschen, die arbeiten, weil sie müssen. Und dann gibt es jene, die arbeiten, weil sie ohne Arbeit nicht mehr wissen, wer sie eigentlich sind. Workaholismus – das zwanghafte Bedürfnis, immer beschäftigt zu sein – ist in der Psychologie längst als ernstzunehmendes Phänomen anerkannt. Laut einer Studie der Universität Bergen, Norwegen, die von Cecilie Schou Andreassen und ihrem Team durchgeführt wurde, zeigen übermäßige Arbeiter häufig Persönlichkeitszüge, die mit Neurotizismus, niedrigem Selbstwertgefühl und dem Bedürfnis nach externer Validierung zusammenhängen.
Was bedeutet das in der Praxis? Ganz einfach: Wer ständig Überstunden macht, schiebt oft etwas anderes weg. Beziehungen, unangenehme Gefühle, unbeantwortete Fragen über das eigene Leben. Die Arbeit wird zur perfekten Ausrede – sozial akzeptiert, sogar bewundert – um nicht bei sich selbst ankommen zu müssen.
Die psychologischen Muster dahinter
Das Interessante ist, dass übermäßiges Arbeiten nicht immer etwas mit Ehrgeiz zu tun hat. Natürlich gibt es den klassischen Karrieretypen, der weiterkommen will. Aber die Psychologie unterscheidet klar zwischen gesundem Ehrgeiz und dem, was Experten als „Fluchtarbeit“ bezeichnen – Arbeit als emotionaler Schutzmechanismus.
Wer Überstunden zur Gewohnheit macht, zeigt laut psychologischer Forschung oft eines dieser Muster:
- Geringes Selbstwertgefühl: Leistung wird zur einzigen Quelle von Selbstbestätigung. Ohne Ergebnis kein Wert.
- Bindungsangst: Nähe zu anderen Menschen fühlt sich gefährlicher an als ein voller Kalender.
- Perfektionismus: Die Angst, nicht gut genug zu sein, treibt dazu, immer mehr zu tun – ohne je wirklich fertig zu werden.
- Kontrollbedürfnis: Im Beruf lassen sich Ergebnisse steuern. Das Leben außerhalb ist chaotischer, unvorhersehbarer – und deshalb beängstigender.
Bist du einer dieser Menschen?
Jetzt wird es unbequem. Denn die meisten Menschen, die dieses Muster leben, erkennen sich darin nicht. Sie sagen Dinge wie „Ich liebe einfach, was ich tue“ oder „Ich bin halt pflichtbewusst.“ Und vielleicht stimmt das sogar – teilweise. Aber es lohnt sich, ehrlich nachzufragen: Wie fühlt sich ein freier Sonntag ohne Aufgaben an? Entspannend oder unerträglich leer?
Psychologen nennen dieses Gefühl „Freizeit-Unbehagen“ – eine tatsächlich dokumentierte Reaktion, bei der Menschen in Ruhephasen Unruhe, Schuldgefühle oder sogar Angst erleben. Eine 2021 veröffentlichte Studie der Virginia Tech, durchgeführt von Brigitte Rollet und Kollegen, zeigte, dass Menschen mit hohem internalisiertem Leistungsdruck Pausen als Bedrohung ihres Selbstbildes wahrnehmen können.
Wenn Erfolg zur Falle wird
Das Paradoxe: Je mehr jemand arbeitet, um sich besser zu fühlen, desto weniger funktioniert es langfristig. Die emotionale Erschöpfung – Burnout – ist keine Schwäche, sondern das logische Ende eines Systems, das auf Dauer nicht tragfähig ist. Und soziale Isolation schleicht sich leise ein: Freundschaften werden vernachlässigt, Partnerschaften leiden, Freizeitinteressen verblassen.
Was bleibt, ist eine Identität, die vollständig an Produktivität geknüpft ist. Und das ist psychologisch gesehen eine der fragilsten Identitäten, die es gibt – weil sie von äußeren Faktoren abhängt, die sich jederzeit ändern können: eine Kündigung, ein Misserfolg, eine Krankheit.
Was die Psychologie empfiehlt
Der erste Schritt ist, wie so oft, Bewusstsein. Nicht jede Überstunde ist ein Alarmsignal – aber ein Muster, das sich über Monate und Jahre zieht, verdient einen ehrlichen Blick. Therapeuten empfehlen, sich zu fragen, was die Arbeit emotional erfüllt, das außerhalb des Büros fehlt. Anerkennung? Struktur? Das Gefühl, gebraucht zu werden?
Diese Fragen sind keine Schwäche. Sie sind der Anfang davon, eine Identität aufzubauen, die stabiler ist als jede Gehaltserhöhung – eine, die nicht zusammenbricht, wenn der Laptop zugeklappt wird.
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